Jugend- und Familienzentrum Kitzingen

Städtebau:

Die Städtebauliche Einordnung des Entwurfs zielt auf eine neue Quartiersadresse im Westlichen Kitzingen ab und setzt sowohl die Auslobung hinsichtlich der sozialen Anforderungen als auch der Stadträumlichen Perspektive in dem Entwurf „ Kitzinger Brett“ um.

Städtebaulich nutzt der Entwurf dabei das vorgegebene Raumprogramm und die unterschiedlichen Programmbereiche geschickt aus, um entlang der Jahnstraße eine neue Adresse zu bilden, die in ihrer Größe und in ihrer Präsenz den Charakter des Ortes aufnimmt und den Stadtteil funktional ergänzt.

Der Entwurf orientiert sich parallel zur Jahnstraße von Nord nach Süd. Er schafft durch seine Ausdehnung die „Florian-Geyer-Halle“ mit einzubinden und spannt zwischen den großen Stadtraum bildenden Kubatur einen gut nutzbaren Außenbereich für unterschiedlichste Außenraumaktivitäten auf.

Dabei verzahnt sich das neue Gebäude sowohl mit dem zur Jahnsstraße vorgelagerten Stadtraum/Fußgänger-Boulevard als auch mit dem Grünraum des Freibereichs Richtung Osten.  Hier werden Höfe in Zusammenspiel mit der Außenraumgestaltung zum zentralen Element des Entwurfs.

Das Gebäude bezieht die Jahnstraße durch seine Orientierung und seine Öffnungen räumlich mit ein und schafft hier eine neue Adresse, welche in seiner Maßstäblichkeit der Funktion und dem Straßenraum angemessen ist.

Entsprechend wichtig sind die neu geschaffenen Wegeverbindungen, von der „Florian-Geyer-Halle“ an den Grünflächen/Aktivbereich vorbei bis hin zur Jahnstraße. Entlang dieser wurde der Fußgängerweg von der Jahnstraße ins Vorfeld des Gebäudes hinter die Allee verlegt. Somit ist der Hauptzugangs- und Bewegungsbereich für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene von Verkehr geschützt und wird in seiner reinen Funktion als öffentlicher Fußweg zum Stadtraum aufgewertet. Alle Adressen der unterschiedlichen Funktionsbereiche orientieren sich folgerichtig an der städtischen Erschließungsachse.

Im Süden besetzt das Gebäude das Eckgrundstück zwischen der Jahn- und der Talstraße. Das Gebäude nimmt hier die Position des rückgebauten „Radlernest“ an und bildet mit seiner in die Richtung Talstraße vorgelagerten erhöhten Terrasse einen beruhigten Abschluss Richtung Wohngebiet.

Gestalt und Kubatur:

Die Gebäudeform ist leicht ablesbar und -nicht zuletzt durch die hohe Transparenz und klar herausgearbeitete Eingänge auch entsprechend schwellenlos zu nutzen. Eingänge sind durch ihre Einschnitte im Baukörper und durch die Hochpunkte markiert.

In seiner Präsenz spielt das Gebäude mit den Themen Ruhe und Rhythmus, und bietet dem Nutzer dabei eine funktionale Hülle die mit Leben gefüllt werden darf und durch die Vielzahl an archetypischen Raumkonfigurationen den Nutzer immer wieder abwechslungsreich berührt.

Die Wahrnehmung des Gebäudes ist in unterschiedliche Stufen aufgesplittet; dem PKW Fahrer begegnen Farbigkeit und Hochpunkte, der Fußgänger wird durch Einschnitte und vorgesetzte Holzlamellen begleitet, dem Verweilenden bietet der Baukörper feine Details als Hingucker.

Das Zusammenspiel der Hochpunkte und der Höfe kann in Verbindung mit der Körnigkeit der umgebenden Bebauung gesehen werden schafft angenehme Proportionen, die dem Rhythmus der Allee aufnehmen.